Dr. Matthias Braun

Biographische Notiz

Matthias Braun leitet die Nachwuchsforschergruppe Ethik und Governance neuer Technologien an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Zudem ist er aktuell Research Fellow an der Universität Maastricht.
Nach dem Studium der Biologie und der Evangelischen Theologie arbeitete er zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Philipps-Universität Marburg, forschte im Rahmen des von der Max-Planck-Gesellschaft und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam geförderten Exzellenzprojekts „MaxSynBio“ und war als Research Fellow an der Universität Bergen tätig. In seiner Doktorarbeit beschäftigte sich Matthias Braun mit sozialanthropologischen und theologisch-ethischen Fragen im Umgang mit psychischer Abweichung. In dieser Arbeit entwickelte er ein Modell intersubjektiver Anerkennung, das gleichzeitig die grundsätzliche Verletzlichkeit des Menschen berücksichtigt und nach konkreten Möglichkeiten zur Gestaltung bestehender Strukturen und Existenzweisen fragt. Seine Arbeit wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet (DFG, Staedtler-Stiftung) und ist bei Mohr-Siebeck erschienen.
Seine Forschung befasst sich mit Fragen der politischen Ethik (Verhältnis von Demokratie, Zivilgesellschaft und Rechtsstaatlichkeit) sowie mit den ethischen und Governance-Herausforderungen neuer Technologien (insbesondere: Big Data, Künstliche Intelligenz und Genome Editing). Matthias Braun hat zahlreiche Artikel in hochrangigen wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht und wurde zu zahlreichen nationalen und internationalen Vorträgen und Vorlesungen eingeladen. Darüber hinaus ist er Principal Investigator in dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereich „EmpkinS“ sowie Leiter mehrerer weiterer Forschungsprojekte.

Forschung

  • Ethik künstlicher Intelligenz
  • Ethik emergierender Technologien (insbesondere: Synthetische Biologie, Genome Editing, Stammzellforschung)
  • Politische Ethik (Demokratie, Rechtsstaat, Zivilgesellschaft)
  • Anerkennung und Vulnerabilität als Themen der (theologischen) Ethik
  • Science and Technology Studies
  • Ethik psychischer Devianz

Aktuelle Forschungsprojekte

Zeitraum: 2021–2025 (Erste Förderperiode)
Förderer: DFG

Das auf zwölf Jahre ausgelegte Forschungsprogramm des SFB EmpkinS wird Methodologien und Technologien erschaffen, die neuartiges Grundlagenwissen über die Verknüpfung von inneren biomedizinischen Prozessen des menschlichen Körpers mit äußerlich und berührungslos, per funk- und wellenbasierter Sensorik erfassbaren Informationen, bereitstellen werden.

EmpkinS wird mit diesen medizintechnischen Sprunginnovationen völlig neuartige „digitale“, patientenzentrierte Diagnose- und Therapiemöglichkeiten für die Medizin und Psychologie eröffnen.

Zeitraum: 2019–2021
Förderer: BMBF

Own Data untersucht die Herausforderungen im Umgang mit „Eigentum an“/ „Recht an“ Daten in der Systemmedizin aus einer interdisziplinären Perspektive. Die Analyse der ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Hintergrundkonzepte stellt eine wesentliche Forschungsaufgabe für die weitere Entwicklung der Systemmedizin dar. Eines der zentralen Schlüsselkonzepte stellt dabei die Frage dar, wer eigentliche welche Ansprüche und Rechte an Daten hat, welche Schutzkonzepte von Bedeutung sind und inwiefern diese greifen und nicht zuletzt wie eine zukünftige (internationale) Governance-Strategie im Umgang mit Big-Data in der Systemmedizin aussehen könnte. Zentrales Herzstück von Own Data ist eine große Internationale Konferenz, die im März 2021 in Erlangen/Nürnberg stattfinden wird.

Zeitraum: 2020–2023
Förderer: BMBF
Verbundprojekt, TP Ethik (PI)

Die Prozesse von Digitalisierung und der Anwendung Künstlicher Intelligenz prägen und verändern sowohl die Gesundheitsforschung als auch die medizinische Praxis. Die Geschwindigkeit und Eingriffstiefe dieser Entwicklungen erfordert Überlegungen zu einer verantwortungsvollen, effektiven und differenzsensiblen Governance.
CwiC ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, welches sich zum Ziel setzt, die Lücke zwischen grundlegender normativer Theoriebildung und angewandtem Systemdesign an der Schnittstelle von Wissenschaft, Gesellschaft und Technologie kleiner werden zu lassen. Das Projekt basiert auf einem allgemeinen anthropologischen und soziologischen Grundgedanken: Die gegenseitige Anerkennung, die für uns als Gesellschaft und als Individuen wesentlich ist, ist eng mit unserer gemeinsamen Unsicherheit über die Zukunft verbunden.
Das Verbundprojekt wird vom BMBF für drei Jahre gefördert und besteht aus einem rechtlichen (Steffen Augsberg, Gießen), einem ethischen (Matthias Braun, Erlangen) und einem verhaltensökonomischen (Nora Szech, Karlsruhe) Teilprojekt.

Zeitraum: 2020–2023
Förderer: BMG
Verbundprojekt, TP Ethik (PI)

Die Verbesserung und Vereinfachung der Vorsorge und Versorgung schwangerer Frauen steht im Fokus von SMART Start. Sensorische Anwendungen wie Fitness-Tracker und Smartwatches finden heute vielfach Einzug in den Alltag. Das Projekt untersucht, wie diese Techniken sowie daraus gewonnene Daten im Rahmen der regulären Schwangerschaftsvorsorge verwendet werden können. Dazu kommen unter anderem künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen zum Einsatz. Neben den Patientinnen könnte davon auch das medizinische Versorgungssystem im Allgemeinen profitieren.

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt wird gemeinsam von Experten aus Medizin, Informatik, Ethik, Psychologie und Gesundheitsökonomie durchgeführt. Im Fokus stehen darüber hinaus die klinische Usability, gesellschaftliche Akzeptanz, Compliance der betroffenen Akteure sowie die Weiterentwicklung sensorischer Techniken sowie damit einhergehende ethische, medizinrechtliche und ökonomische Fragen.

Kochstraße 6
91054 Erlangen
Raum 1.008

Tel.: +49 (0)9131 / 8526078
Fax: +49 (0)9131 / 8526020
Mailmatthias.braun@fau.de

Publikationen